Dies sind, in Rechenbeispielen dargestellt, einige der Ergebnisse des wissenschaftlichen Projektes CATCHY*.
Über neun Jahre (seit 2015) wurden Einzelkomponenten als Reinsaaten und Zwischenfruchtmischungen mit einer Schwarzbrache in Fruchtfolgeversuchen verglichen und ihre Wirkung untersucht. Es zeigte sich, dass die gezielte Kombination von Arten in Mischungen zu mehr Resilienz im Pflanzenbausystem führt.
Alle Pflanzen leben in Gemeinschaft mit unzähligen Mikroorganismen. Deren Gesamtheit wird als Mikrobiom bezeichnet. Die Mikroorganismen helfen der Pflanze bei der Nährstoffversorgung, der Immunabwehr und Stressbewältigung. Zwischenfrüchte sind ein wirksames Instrument, um die Zusammensetzung des Mikrobioms in landwirtschaftlichen Böden positiv zu beeinflussen. Je höher die Vielfalt an Mikroorganismen, die eine Pflanze im Boden vorfindet, umso vorteilhafter ist es für die Nährstoffaufnahme und Pflanzengesundheit. Ziel intelligenter Pflanzengesellschaften ist es, die verschiedenen Mikroorganismen im Boden gut zu ernähren.
Die im weiteren Verlauf dargestellten Box-Plot-Grafiken zeigen Ergebnisse des CATCHY-Versuchs zu Untersuchungen der Vielfalt der Bakterien sowie der Vielfalt der Pilze nach Zwischenfrüchten im Mais. Die Boxplots sind wie folgt zu lesen:
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Das bedeutet für die nachfolgenden Box-Plot-Grafiken: je kompakter die Box, desto geringer ist die Streuung. Ist ein Boxplot also weit oben in der Y-Achse angesiedelt und kurz (Maximum und Minimum nicht weit auseinander), besteht eine große Diversität der Bodenbakterien und -pilze. Signifikanzen werden in den folgenden Grafiken durch Sterne dargestellt.
Vielfalt der Bakterien
TerraLife® macht den Unterschied
Im Vergleich zur Brache, Reinsaat (Klee, Senf, Rauhafer und Phacelia) und Einfachmischung (Mix4) führte die artenreiche Zwischenfruchtmischung TerraLife®-MaisPro (Mix12) im CATCHY-Versuch zu einer signifikant höheren Vielfalt der Bakterien im Boden. So werden das Wachstum, die Widerstandsfähigkeit und der Ertrag der Hauptkultur gefördert.
Abb. 1: Vielfalt der Bakterien im Boden nach Zwischenfrüchten im Mais
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Quelle: CATCHY-Broschüre, Reinhold-Hurek et al. 2024; Der Shannon-Diversity-Index ist ein Maß aus der Ökologie, das die biologische Vielfalt in einem Lebensraum berechnet.
Vielfalt der Pilze
Auch Pilze gehören zu einem gesunden Mikrobiom
Neben z. B. den Mykorrhiza-Pilzen besiedeln viele verschiedene Arten die Wurzeln einer Pflanze. Auch die Vielfalt nützlicher Wurzelpilze wird durch Zwischenfrüchte positiv beeinflusst. Im CATCHY-Versuch war sie nach Anbau der artenreichen Zwischenfruchtmischung TerraLife®-MaisPro (Mix12) in den Wurzeln der Folgefrucht Mais am höchsten. Der Vorteil für die mikrobielle Gemeinschaft ist damit durch den Anbau einer vielfältigen Zwischenfrucht signifikant höher, im Vergleich zur Gründüngung durch Zwischenfrüchte in Reinsaat oder einer vegetationsfreien Brache.
Abb. 2: Vielfalt der Pilze nach Zwischenfrüchten im Mais
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Quelle: CATCHY-Broschüre, Reinhold-Hurek et al. 2024; Der Chao-Diversity-Index ist ein statistisches Maß aus der Ökologie, um die tatsächliche Artenzahl (Artenreichtum) in einem Lebensraum zu schätzen.
Versuchsstandorte:
Asendorf, Niedersachsen
Triesdorf, Bayern
Versuchsaufbau:
- Standort-gespiegelte und randomisierte Exaktversuche
- Zwei Fruchtfolgen in zwei Wiederholungen mit je einem Jahr versetztem Fruchtfolge-Startpunkt
- Versuchsfläche: 1,2 ha
- Parzellengröße: 9x9 m
Fruchtfolge:
A) Winterweizen (WW), Zwischenfrucht (ZF), Silomais (SM)
B) WW, ZF, SM, WW, ZF, Ackerbohne (AB)
Versuchsvarianten:
Brache, Gelbsenf, Alexandrinerklee, Phacelia, Rauhafer,
Mix4 (Gelbsenf, Alexandrinerklee, Phacelia, Rauhafer),
Mix12 (Felderbse, Sorghum, Phacelia, Öllein, Pannonische Wicke, Rettich,
Ramtillkraut, Sonnenblume, Leindotter, Perserklee, Schweden- und Inkarnatklee)
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Der Effekt auf die Fruchtfolge durch eine Zwischenfrucht ist nicht leicht zu messen. Mit dem Projekt CATCHY, sind mit aufwändigen Forschungsmethoden, neue Erkenntnisse über die Wirkung einer Zwischenfrucht entstanden.
Das Zwischenfruchtprojekt CATCHY ist ein Teil der Initiative „Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie – BonaRes“ und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2015 ins Leben gerufen. Über insgesamt neun Jahre wurde in zwei unterschiedlichen Fruchtfolgen untersucht, wie sich Zwischenfrüchte auf den Boden und dessen Biologie und damit auf die Erträge der Hauptfrüchte auswirken. Neben der DSV sind an dem Projekt Mikrobiologen aus Bremen, Bodenkundler aus Hannover, Pflanzenernährer aus Gatersleben, Pflanzenbauer aus Triesdorf und Sozioökonomen aus Gießen beteiligt. Die DSV bringt ihre langjährige Erfahrung mit Zwischenfrüchten und der Zusammenstellung von intelligenten Mischungen für den Zwischenfruchtanbau ein.