Wer sind wir? 

Seit 30 Jahren züchten wir innovative Getreidesorten und arbeiten daran, der Praxis angepasste, effiziente und gesunde Sorten zur Verfügung zu stellen, die den stetig wachsenden Ansprüchen gerecht werden. Da Getreide weltweit die wichtigste Ernährungsgrundlage ist, kommt der Getreidezüchtung die zentrale Aufgabe zu, Ernteerträge und -qualitäten zu sichern und gleichzeitig Ressourcen zu schonen. Immer wichtiger wird zudem die Anpassung an eine sich verändernde Umwelt. Neue Sorten sind die Antwort auf diese Herausforderungen.

Team der DSV Getreidezuchtstaion, Leutewitz

"An allen Aspekten der Entwicklung neuer Weizensorten für die Landwirte beteiligt zu sein, ist nicht nur faszinierend, sondern macht auch Spaß." Matthew, DSV Getreidezüchter

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"Die Tätigkeit des Züchters ist ein Mix aus Überlegungen und Beobachtungen auf dem Feld, um Sorten auszuwählen, die trotz der sich ändernden Umweltbedingungen immer effizienter werden." Sebastien, DSV Getreidezüchter

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Wo züchten wir?

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Was sind die Ziele und Abläufe?

Züchtung – seit Jahrzehnten in unserer Hand

Die moderne Pflanzenzüchtung entwickelt neue, leistungsstarke Sorten, die verbesserte Ertragsleistungen, gezielte Resistenzen oder Qualitätseigenschaften vereinen und den individuellen Ansprüchen der Landwirtschaft gerecht werden können.

Die Entwicklung einer neuen Sorte ist langwierig. Jedoch ist das Ziel ist dabei klar definiert: Gegenüber den zugelassenen Sorten soll ein Fortschritt erreicht werden. Tausende von Einzelpflanzen werden über mehrere Generationen ausgelesen. Von der ersten Kreuzung bis zum Eintrag in der Sortenliste vergehen meist zehn bis fünfzehn Jahre.

Welche Zuchtziele gibt es?

Eine effiziente Getreidezüchtung ist hoch technologisiert und durch Forschung und Entwicklung in der Lage, innovative Getreidesorten mit optimierten Eigenschaften zu züchten. 

Hierzu gehören:

  • Ertragssteigerung bei gleichzeitig erhöhter Ertragssicherheit,
  • verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Pilz-, Bakterien- und Viruskrankheiten
  • höhere Toleranzen gegen abiotische Stressfaktoren wie Frühsommertrockenheit, Hitze- oder Feuchtestress
  • verbesserte agronomische Eigenschaften (Winterhärte, Standfestigkeit, Auswuchsfestigkeit, Reife)
  • gesteigertes Nährstoffaneignungsvermögen für gezielteren Einsatz von Düngemitteln
  • Anpassung an spezifische Bodenbedingungen (Bodenart, Bodengefüge, Bodenfeuchte)
  • definierte Qualitätseigenschaften der Ernteprodukte hinsichtlich Inhaltsstoffen, Geschmack oder Haltbarkeit nachhaltig verbessern

Um diese Züchtungsziele zu erreichen, kommen unterschiedliche Methoden zur Anwendung: von den klassischen Kreuzungs- und Kombinationsverfahren bis zu modernen Methoden der Biotechnologie.

Züchtungsschema

Die Sortenentwicklung ist ein Zusammenspiel der Kreuzung, einer gezielten Neukombination von positiven Eigenschaften der selektierten Elternlinien, dem Anbau von spaltenden Populationen und Selektion zukünftiger Sortenkandidaten, der Prüfung und Erhaltungszucht leistungsfähiger Kandidaten und letztlich die mehrortige, mehrjährige Prüfung der Kandidaten in der offiziellen Sortenprüfung.

Offizielles Prüfverfahren des Bundessortenamtes

Bevor eine Sorte in Deutschland zugelassen wird, wird sie vom Bundessortenamt geprüft. Grundlage für die Sortenschutzerteilung ist die Registerprüfung. In der Registerprüfung werden Unterscheidbarkeit (neue Sorte muss sich mindestens in der Ausprägung eines Merkmals von allen anderen bekannten Sorten unterscheiden), Homogenität (neue Sorte ist bezogen auf die maßgebenden Merkmale hinreichend einheitlich) und Beständigkeit (neue Sorte bleibt nach jeder Vermehrung bezogen auf die maßgebenden Merkmale unverändert) festgestellt. Nur wenn weiterhin im Rahmen der dreijährigen Wertprüfung der landeskulturelle Wert nachgewiesen wird, d. h. nur wenn eine Verbesserung der Anbau- und Verwertungseigenschaften gegenüber allen derzeit zugelassenen Sorten besteht, wird die Sortenzulassung erteilt.

Zudem prüfen die Bundesländer in den Landessortenversuchen die regionalen Sorteneignungen und Sorteneigenschaften sowie Düngung und Pflanzenschutz. Durch dieses mehrstufige Prüfungs- und Zulassungsverfahren wird gewährleistet, dass immer leistungsfähigere Sorten auf den Markt gelangen.

Resistenzzüchtung - Grundlage zukünftiger Pflanzenschutzstrategien-

Die Züchtung einer resistenten Sorte beginnt mit der Suche und der Evaluierung von Resistenzquellen. Hierbei bedarf es der Schaffung und Nutzung genetischer Variationen, bei der u.a. auch Wildarten eingekreuzt werden können. Die Resistenzgene gegen Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) wurden z.B. in exotischen Gersten-Herkünften aus Äthiopien und in der Wildgersten-Art Hordeum bulbosum, die dem sekundären Genpool der Gerste zuzuordnen ist, entdeckt. Um die Stabilität der Resistenz zu gewährleisten, werden mehrortige und mehrjährige Prüfungen der selektierten Kandidaten durchgeführt (siehe Abb. 4). Teils erfolgte die gezielte Überprüfung des Materials auch unter künstlichen Infektionstests in Isolierzelten mit infizierten Virusvektoren. Bei bodenbürtigen Gelbmosaikviren (BaYMV-1, BaYMV-2, BaMMV) fällt die Wahl der Testflächen auf BaYMV-befallene Standorte, um die bestmögliche Umweltstabilität der Sorten zu gewährleisten. Unterstützt wird die Selektion auf den resistenten Phänotyp durch die Etablierung geeigneter molekularer Marker.

Lesen Sie mehr über Resistenzzüchtung.

Fachlicher Dialog mit Praktikern

Für die Ausgestaltung von Zuchtzielen ist der fachliche Dialog mit den Praktikern und Praktikerinnen aber auch mit Wissenschaft und Forschung essenziell. Stets am Puls der Zeit und exakt die Ziele in der Sortenentwicklung bestimmen und steuern.

Das Ziel der Pflanzenzüchtung ist es, innovative Sorten zu entwickeln, die die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient nutzen und an veränderte Umweltbedingungen angepasst sind. Das mehrortige DSV Getreidezuchtprogramm und ein komplexes Prüfsystem, das die Züchtung auf breite Umweltanpassung gewährleistet, ist die Basis für die Entwicklung abgerundeter und leistungsstarker Sorten. Auch für die Zukunft stehen sehr vielversprechende Sortenkandidaten in den Prüfungen.

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