Wüchsiges, ausdauerndes Obergras mit langen, kräftigen unterirdischen Ausläufern mit starker Bewurzelung. Es erreicht Wuchshöhen von 180 cm und mehr. Die kräftigen Halmtriebe sind steif aufrecht. Blütezeit ist Juni bis Juli. Rohrglanzgras findet sich verbreitet an Gräben und Flussläufen sowie feuchten bis nassen Wiesen bei guter Versorgung mit nährstoff- und sauerstoffreichem Wasser. Stehendes Wasser sagt ihm nicht zu, wohl aber im Winter überflutete Flussniederungen mit Grundwasserständen unter 40 cm im Sommer. Hier kann es bestandsbildend werden. Diese auch als Milizwiesen bezeichneten Standorte können 2–3 Schnitte ertragreichen Aufwuchs liefern. Die Nährstoffversorgung wird durch Überschwemmung sichergestellt. Bei zeitigem Schnitt ist der Futterwert mit Note 5 befriedigend, ebenso der Ertrag. Überständiges Rohrglanzgras hat nur noch Strohwert. Für Beweidung ist es nicht geeignet und häufige Schnittnutzung nicht zuträglich. Aussaaten sind selten und nur in Überschwemmungsgebieten sinnvoll.
Botanische Merkmale
| Blatt | Blattanlage gerollt, Blattscheide nicht verwachsen und nicht behaart. Breite Blattspreite bis 20 mm, allmählich zugespitzt, nicht gerieft und nicht gekielt. Blatthäutchen lang bis sehr lang und kragenförmig, weiß, oft zerschlitzt. Kein Blattöhrchen. |
| Halm | Steif aufrecht bis 180 cm lange Triebe, im unteren Teil oft verzweigt. Nach dem Schnitt Neubildung von Halmen, meist ohne Blütenstände. |
| Blütenstand | Länge der Rispe 10–20 cm. Diese breitet sich nur zur Blütezeit aus, sonst zusammengezogen. Auf den unteren Stufen der Hauptachse je 2 Seitenäste. Seitenäste bis 5 cm lang mit zahlreichen Ährchen, die zu büscheligen Knäueln vereint sind. |
| Frucht | Länge der Spelzfrucht 3–4 mm von lanzettlicher Gestalt, oben zugespitzt, weißlich behaart und mit den Spitzen auseinander. Spelzenfarbe weißgrau. Hellgelbe Längslinien als Nerven auf der Deckspelze. Die Karyopse lang, flach und eiförmig, matt dunkelbraun. Das TKG beträgt 0,5–1,1 g. |